Sterntagebuch

Nr.38 Frühjahr / Sommer 2020

Wie lange noch sehen wir Beteigeuze?

Diese Frage ist schnell beantwortet: Als Mittelpunkt des Wintersechseck, also der markanten Wintersternbilder ist dieser rötliche Stern noch bis Anfang Mai in der Abenddämmerung auszumachen um  drei Wochen später zeitgleich mit der Sonne unterzugehen. Für die Fachwelt jedoch stellt sich die obige Frage etwas anders. In den letzten Monaten fiel der augenscheinliche Helligkeitsabfall dieses Roten Riesen auf, sodass manche sogar den Anfang von dessen dramatisches Ende vermuten- den berühmten Knall im All als Supernova.

Die obere rechte Ecke besagten Wintersechecks stellt Aldebaran, das rote Auge des Stieres, dar. Von diesem ausgehend, zehn Grad weiter östlich bis zu  den Plejaden,  befindet man sich  im „Goldenen Tor der Ekliptik“. Bis Ende Mai sind in dieser Himmelsgegend die beiden inneren Planeten Merkur und Venus zu bewundern. Einmal im Monat ist auch der zunehmende Mond dort zu sehen.

Am 3. April durchzog die Venus die Plejaden. Und auch der Mondzeigte sich an diesem Abend von einer seiner besten Seite.

Da sich ab Ende Mai keine astronomische Dämmerung mehr einstellt, sind die anderen Planeten von besonderem Interesse. Wer also Jupiter und Saturn eine optische Visite abstatten möchte, kann sich schon ab 1 Uhr morgens auf die Lauer legen. Beide Gasriesen bewegen sich momentan rückläufig in den Sternbildern Steinbock und Schütze und (scheinbar) aufeinander zu. Mitte Juni dann lohnt sich das zeitige Aufstehen aber erst recht: Nach Jupiter und Saturn ziehen in der zweiten Nachthälfte zunächst Neptun mit Mars, danach Uranus und schließlich die Venus (wieder als Morgenstern) jeweils im Stundentakt an der Himmelsbühne auf.

Der Vollständigkeit halber sei die ringförmige Sonnenfinsternis am 21. Juni erwähnt. Lediglich in Südeuropa ist sie als partielle Finsternis zu sehen. Auch die Halbschattenmondfinsternis am 5. Juli wird sich wohl völlig unbemerkt (für Westafrika sowie Nord- und Südamerika) vollziehen.

Historisches: Zurück in die Zukunft

Glückwunsch dem Hubble-Weltraumteleskop! Vor 30 Jahren, am 24.April 1990, startete das NASA/ESA Teleskop. Trotz vieler Pannen liefert es seit Jahrzehnten atemberaubende Bilder und Einsichten vom Universum. In genau einem Jahr soll nun das James- Webb- Weltraumteleskop gestartet werden. Auch dies ein Gemeinschaftsprojekt NASA/ESA/CSA (Kanada).

Text, Grafik und Fotos: K.-H- Bohn, Berlin